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Listening Session No. 3 des Vereins Tonbandjagd
Am 21. Oktober ab 18.30 > Kinemathek Lichtspiel
"Füüf Narre im Charre", Rumpelstilz, ab analoger Masterbandkopie
Zum 50. Geburtstag von „Füüf Narre im Charre" lädt der Verein Tonbandjagd am 21. Oktober 2026 um 1830 zur Listening Session in die Kinemathek Lichtspiel in Bern. Zu hören sein werden Ausschnitte aus dem Album ab einer direkten, analogen Kopie des letzten, originalen Masterbandes - in einer Qualität, wie man sie bisher nur im Studio hören konnte. Die Tonmeister sind präsent, ehemalige Rumpelstilz-Musiker geben Auskunft über die Entstehung des Albums. Mit Barbetrieb und einem kleinen Apéro.

Im Oktober 1976 - vor 50 Jahren - erschien das Rumpelstilz-Album «Füüf Narre im Charre». Es gilt heute als ein Meilenstein der Schweizer Rockmusik und war die erste Platte, die den Mundartrock für ein grösseres Publikum zugänglich machte. Zwar hatten die «Stilz» aus Interlaken ihr Debut «Vogelfuetter» schon ein Jahr zuvor veröffentlicht. Doch diese Platte war noch klar auf das frühe Zielpublikum der Band zugeschnitten: Auf Hippies, Freaks und Vögel, deren Futter allerlei illegale Substanzen waren. Auf «Füüf Narre im Charre» erweiterten Rumpelstilz ihre stilistische Bandbreite Richtung Pop und liessen dem angejazzten Fusion-Sound der frühen Jahre etwas weniger Platz. Dazu kam der Reggae, den Rumpelstilz in ihren Hits «Teddybär» (Platz 10 der Schweizer Hitparade) und «Kiosk» (Platz 3) einschweizerten und im letzteren Song sogar eine volkstümliche Note verliehen. Stark waren aber auch Album-Songs wie «A däm gwöhnliche Tag», «Es Blatt im Wind» und «Uf däm länge Wäg zu dir», wo sich Hanery Amman und Schifer Schafer, die beiden Solisten der Band, ausleben konnten – das Rhythmusfundament von Küre Güdel und Milan Popovich blieb stets solide und doch funky. Die Ballade „D’ Rosmarie und I“ spiegelte das Lebensgefühl einer ganzen Generation.
Sänger und Songtexter Polo Hofer adressierte zunehmend auch Herrn und Frau Schweizer, spottete über Franken, Banken und gar über wilde Hippies (zu denen die Stilze ja auch gehörten), empfahl Sex-Praktiken und Haschischsorten, trauerte alten Lieben nach und wähnte sich als zu wenig standhaft, um den neuen treu zu bleiben. Wie auch immer: «Füüf Narre im Charre», aufgenommen im kleinen, aber trotz einiger Geruchsimmissionen feinen «Sinus»-Studio mitten in der Berner Altstadt von den beiden Haus-Tonmeistern Peter MacTaggart und Eric Merz und verlegt auf dem eigenen Indie Label «Schnoutz Records» war ein Knüller – auch kommerziell.
Eintritt: Kollekte, Richtpreis 10.-
Anfahrt / Adresse Lichtspiel:
https://lichtspiel.ch/de/kontakt/anfahrt-adresse/
Nur wenige Parkplätze auf dem Areal , aber blaue Zone in der Nähe.
